Ständige Wissenschaftliche Kommission

Stellungnahme Autistische Kinder und Jugendliche in der Schule unterstützen

Autistische Kinder und Jugendliche bringen unterschiedliche Stärken, Bedürfnisse und Unterstützungsbedarfe mit. Die neue Stellungnahme der SWK zeigt auf, welche Herausforderungen sie im schulischen Alltag erleben und wie Schulen, Bildungspolitik und Lehrkräfte bessere Rahmenbedingungen für Teilhabe und Bildungserfolg schaffen können. Sie formuliert Empfehlungen für eine systematischere Berücksichtigung von Autismus im Bildungssystem.

Autistische Kinder und Jugendliche bilden eine heterogene Gruppe mit unterschiedlichen Stärken, Bedürfnissen und Unterstützungsbedarfen. Aufgrund ihrer spezifischen Wahrnehmungs-, Kommunikations- und Verarbeitungsweisen stehen sie im schulischen Alltag häufig vor besonderen Herausforderungen.

Die Situationsanalyse der Kommission zeigt, dass autistische Schüler trotz vielfältiger Bemühungen der Länder oftmals kein Lernumfeld vorfinden, das ihren individuellen Bedürfnissen gerecht wird. Im Umgang mit inklusiver Bildung und Gewährung von Unterstützungsmaßnahmen fehlt ein gemeinsamer Rahmen der gleiche Teilhabe- und Bildungschancen sicherstellt. Dadurch bestehen teils erhebliche Unterschiede zwischen Ländern, Regionen und einzelnen Schulen. Diese Problemlage wird vor allem im Kontext inklusiver Bildung als Belastungsfaktor angeführt, betrifft aber auch Förderschulen.

In mehreren Ländern gibt es bereits erhebliche Anstrengungen, die Situation für autistische Kinder und Jugendliche zu verbessern. Dennoch wird Autismus bislang weder im Schulsystem noch in der Lehrkräftebildung als Entwicklungsbedingung durchgängig und systematisch berücksichtigt und es gibt bislang nur in einigen Ländern verlässliche Zahlen dazu, wie viele Autist:innen in welchen Schulformen unterrichtet werden. Das erschwert eine Beurteilung der schulischen Situation autistischer Kinder und Jugendlicher und die Entwicklung gezielter Maßnahmen, wie sie u. a. auch zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) nötig sind.

Vor diesem Hintergrund formuliert die SWK Empfehlungen, wie Schulen, Schulverwaltung, Lehrkräftebildung und Bildungspolitik dazu beitragen können, die Bildungs- und Teilhabechancen autistischer Kinder und Jugendlicher nachhaltig zu verbessern.