Rückblick: Fachtag Daten nutzen, Bildung gestalten
Die Ständige Wissenschaftliche Kommission der Kultusministerkonferenz (SWK) hat mit Unterstützung der Wübben Stiftung Bildung am 06.05.2026 zu einer Fachtagung zum Thema „Daten nutzen, Bildung gestalten“ in Berlin (Auditorium Friedrichstraße, Friedrichstraße 180) eingeladen. Gemeinsam mit Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Politik und Praxis wurden dabei zentrale Aspekte der datengestützten Entwicklung und Steuerung in der Schule und frühen Bildung diskutiert und konkrete Schritte für eine Weiterentwicklung reflektiert.
Im Zentrum der Fachtagung stand das Gutachten der SWK „Datengestützte Entwicklung und Steuerung in Schulen und frühkindlicher Bildung“. Die SWK hat sich in ihrem Gutachten systematisch mit der datengestützten Entwicklung und Steuerung beschäftigt und gibt Empfehlungen für die einzelnen Bereiche: Unterrichtsentwicklung, Schulentwicklung, Elternarbeit, Schulaufsicht, Systemmonitoring und Frühe Bildung.
Während des Fachtags wurde die gezielte Nutzung von Daten diskutiert und gemeinsam Perspektiven für die praktische Umsetzung entwickelt.
Nach einer Begrüßung durch Prof. Dr. Felicitas Thiel, Co-Vorsitzende der SWK und Professorin für Schulpädagogik und Schul-
entwicklungsforschung, Freie Universität (FU) Berlin und
Dr. Markus Warnke, Geschäftsführer der Wübben Stiftung Bildung eröffnete Jessica Heide, Staatssekretärin im Ministerium für Bildung und Kultur Saarland, die Fachtagung mit einem Grußwort. In einem moderierten Gespräch führten die Co-Vorsitzenden der SWK, Prof. Dr. Felicitas Thiel und Prof. Dr. Olaf Köller, Wissenschaftlicher Direktor des Leibniz-Instituts für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN), in die datengestützte Entwicklung und Steuerung ein.
In vertiefenden Workshops wurden die einzelnen Bereiche unter verschiedenen Aspekten beleuchtet.
Welche Rolle spielen Daten für die adaptive Förderung von Schüler:innen und für die Unterrichtsentwicklung durch Lehrkräfte? Wie können Daten Schulentwicklungsprozesse von Schulleitungen und Kollegien, insbesondere in Verbindung mit Schulentwicklungsplänen, wirksam unterstützen? Welchen Beitrag können Daten zum Auf- und Ausbau von Bildungspartnerschaften zwischen Lehrkräften, Eltern, Schüler:innen und weiteren Pädagog:innen leisten? Welche Bedeutung haben Daten für die Unterstützung der Schulen durch die Schulaufsicht? Welche Rolle spielen Daten aus dem Systemmonitoring für die Systemsteuerung und -entwicklung durch die Politik auf Bundes- und Landesebene? Wie können Daten zur Qualitätsentwicklung in der Frühen Bildung beitragen?
Workshop 1: Unterrichtsentwicklung und diagnosegeleitete Lernförderung
Leitung und Moderation:
- Prof. Dr. Petra Stanat, SWK-Mitglied und Direktorin des Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB)
Impulse:
- Dr. Simone Jambor-Fahlen, Akademische Oberrätin am Institut für Deutsche Sprache und Literatur II und Projektkoordination am Kompetenzzentrum Sprachbildung im CHANCEN-Verbund, Universität zu Köln
- Linda Onken, Konrektorin des Familiengrundschulzentrums Sonnenstraße Düsseldorf
Workshop 2: Datengestützte Qualitätsentwicklung in der Frühen Bildung
Leitung und Moderation:
- Prof. Dr. Yvonne Anders, SWK-Mitglied und Abteilungsdirektorin am Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation (DIPF) und Professorin für Psychologie mit dem Schwerpunkt Bildung und Entwicklung, Goethe-Universität Frankfurt
Impulse:
- Prof. Dr. Katharina Kluczniok, Professorin für Erziehungs-wissenschaft mit dem Schwerpunkt frühkindliche Bildung und Erziehung, FU Berlin
- Dr. Claudia Wirts, Wissenschaftliche Referentin, Staatsinstitut für Frühpädagogik und Medienkompetenz (IFP)
- Elisa Steinfeldt, Leitung Pädagogik und Qualitätsentwicklung, Fröbel e.V.
Workshop 3: Erziehungs- und Bildungspartnerschaften zwischen Eltern, Schüler:innen, Lehrkräften und Pädagogischen Fachkräften
Leitung und Moderation:
- Prof. Dr. Isabell van Ackeren-Mindl, SWK-Mitglied und Professorin für Bildungssystem- und Schulentwicklungsforschung, Universität Duisburg-Essen
Impulse:
- Prof. Dr. Sonja Ertl, Professorin für Grundschulforschung mit Schwerpunkt inklusives Lehren & Lernen, Universität Augsburg
- Ulrich Hartmann, Schulleiter der Laborschule Bielefeld, Versuchsschule des Landes NRW
Grußwort
Karin Prien, Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Karin Prien adressierte in ihrem Grußwort die Chancen der datengestützten Steuerung, insbesondere wenn frühkindliche Förderung und datengestützte Entwicklung in der Schule ineinandergreifen und Länder und Bund kooperieren.
Workshop 4: Controlling und Unterstützung durch die Schulaufsicht
Leitung und Moderation:
- Prof. Dr. Felicitas Thiel, Co-Vorsitzende der SWK und Professorin für Schulpädagogik und Schulentwicklungsforschung, FU Berlin
Impulse:
- Wilfried Kühner, Staatssekretär im Sächsischen Staatsministerium für Kultus
- Prof. Dr. Anne Sliwka, Professorin für Bildungswissenschaft, Universität Heidelberg
Workshop 5: Systemmonitoring und -steuerung
Leitung und Moderation:
- Prof. Dr. Olaf Köller, Co-Vorsitzender der SWK und Wissenschaftlicher Direktor des IPN
Impulse:
- Ties Rabe, Hamburger Senator für Schule und Berufsbildung a.D.
- Prof. Dr. Sonja Ugen, Leiterin des nationalen Zentrums für Schulmonitoring LUCET, Universität Luxemburg
Workshop 6: Schulentwicklung
Leitung und Moderation:
- Dr. Christiane Schöneberger, Wissenschaftliche Referentin, Geschäftsstelle der SWK
Impulse:
- Prof. Dr. Karina Karst, Professorin für Empirische Schulforschung, Rheinland-Pfälzische Technische Universität (RPTU) Kaiserslautern-Landau
- Alexander Wroblewski, Schulleiter der Seewiesenschule Esslingen
Podiumsdiskussion
Daten nutzen, Bildung gestalten: Gemeinsame Wege zu wirksamer Steuerung
In der Podiumsdiskussion wurde das Thema in seiner Gesamtheit betrachtet und gemeinsam der Frage nachgegangen, wie eine datengestützte Entwicklung und Steuerung im Bildungsbereich wirksam voran gebracht werden kann.
Daraus haben sich folgende Fragen während der Diskussion ergeben:
- Wie weit ist die datengestützte Steuerung im Bildungssystem aktuell tatsächlich entwickelt – und wo liegen Lücken und Hürden?
- Welche Daten werden auf den verschiedenen Ebenen (Schule, Verwaltung, Systemsteuerung) wirklich gebraucht?
- Wie können Bund und Länder bei der datengestützten Entwicklung und Steuerung besser koordinieren und zielgerichtet zusammenwirken?
- Was folgt daraus konkret für die Umsetzung: Welche Strukturen, Instrumente oder Prioritäten bräuchte es, um datengestützte Steuerung wirksam voranzubringen? Welche Rollen haben dabei Wissenschaft, Verwaltung und Praxis?
Diese und weitere Fragen diskutierten:
- Katharina von Fintel, Staatsrätin der Behörde für Schule, Familie und Berufsbildung der Freien und Hansestadt Hamburg
- Dr. Urban Mauer, Staatssekretär im Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen
- Dr. Stefan Luther, Abteilungsleiter frühe und schulische Bildung, Bildungsforschung, Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ)
- Kerstin Hösch, Ministerialrätin im Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg
- Prof. Dr. Elmar Souvignier, Professor für Diagnostik und Evaluation im schulischen Kontext, Universität Münster
- Dr. Markus Warnke, Geschäftsführer der Wübben Stiftung Bildung
Weitere Eindrücke vom Fachtag